rosa blume

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In diesem Blog schreibe ich malwieder ein Buch ^^
also bei Interesse wäre es sinnvoll mit den ersten Blogeinträgen anzufangen
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The Story

Sammy, 18, weiblich, single, sucht... Tja, was sucht sie? Das ist die große Frage, die sie sich stellt. Bis her dachte sie immer, sie sei ein ganz normales Mädchen, das auf shoppen, Make-Up und Jungs steht... Aber letzteres scheint doch nicht ganz so zu stimmen...

Diagnose: Schwul, Kapitel 1

Und wie ich sie so beobachte, wie sie da so tanzt, schaut sie mich auf einmal an. Mitten in meine Augen. Unsere Blicke treffen sich und ich kann einfach nicht wegsehen, bin gefesselt von ihren strahlenden hellblauen Augen. Mein Herz beginnt noch wilder zu rasen, das kribbeln im Bauch wird immer schlimmer, als sie plötzlich genau auf mich zugesteuert kommt. Schnellen Schrittes drängt sie sich durch die tanzenden und springenden Massen in der Disco. Bis sie genau vor mir stehen bleibt. Ihr Blick immer noch auf meine Augen gerichtet. Ich frage mich was sie von mir will? Wir kennen uns doch gar nicht. Dann lächelt sie einfach, total vertraut, als kannten wir uns schon eine Ewigkeit, legte eine Hand in meinen Nacken und streichelte ihn sanft, während sie mich mit der anderen Hand an meinem Hintern weiter zu sich zieht. Ihre eisblauen Augen und die vollen, blutroten Lippen kommen mir immer näher. Wie gebannt stehe ich da, unfähig mich auch nur einen klitzekleinen Zentimeter zu bewegen. Sie küsst mich. Noch nie in meinem Leben hat mich jemand so geküsst. So sanft und vorsichtig und dennoch selbstbewusst und leidenschaftlich. Mein Herz droht zu explodieren und um das vollständige Versagen meines Kreislaufes vorzubeugen, kralle ich mich so gut es geht, an der Bar direkt hinter mir fest. Zu spät. Ich falle. Und irgendwie höre ich nicht auf zu fallen. Und alles ist schwarz. Bis irgendein lauter Lärm Stück für Stück Licht ins Dunkel bringt. Langsam wurde alles deutlicher. Der Lärm war eigentlich ein Lied, Joan Jett’s „A.C.D.C“, welches der Weckton meines Handys ist. „Scheiße verdammte!“ denke ich mir, „Das ist doch wohl nicht ernst! Verdammt was ist nur los mit mir?“ Genervt von meinem Handywecker gebe ich nach und krieche aus dem Bett. Als ich durch die Wohnung geistere, mehr tot als lebendig vor Müdigkeit, habe ich einen Moment lang wirklich das Gefühl, einem Gespenst oder einem Monster gegenüber zu stehen, als ich den Spiegel im Flur passiere. „Mein Gott, was ist nur aus dir geworden?“ Ich wage es erst gar nicht mich ins Bad zu begeben, aus Angst, was mir da im Spiegel entgegen blicken könnte. Also gehe ich in die Küche und frühstücke. Zigarette und Kaffee, wie jeden Morgen. Plötzlich beginne ich über den Traum nachzudenken. Was für einen Mist ich in letzter Zeit nur träume. Dass mich ein Mädchen küsst. Dass mir das auch noch gefällt. Irgendwas läuft doch da schief. Vielleicht sollte ich mich überhaupt erst einmal vorstellen. Ich heiße Sammy, bin 19 Jahre jung, weiblich, single, suchend. Und neuerdings träume ich von Mädchen. Aber nicht einfach nur so. Nein, ich küsse sie. Oder sie küssen mich. Mit einigen hatte ich sogar schon Sex in meinen Träumen. Krank, oder? Warum träume ich so etwas nur? Ich bin doch keine Lesbe, das wüsste ich ja wohl! Außerdem stehe ich immer noch auf Jungs! Zumindest sollte das so sein. Auch wenn ich schon lange an keinem Jungen mehr Interesse gezeigt habe. Aber dass heißt doch nichts!  …Oder etwa doch? Ich verstehe die Welt nicht mehr. Und vor allem verstehe ich mich selbst nicht mehr. Warum nur diese Träume? Was ist da in mir? Ich bin doch ein ganz normales Mädchen. Ich liebe Make-Up, shoppen, telefonieren und Jungs. Oder letzteres auch nicht. Oder vielleicht doch? Oder nicht? Irgendwie weiß ich es selbst nicht. Ich war schon lange nicht mehr verliebt. Zumindest nicht in einen Jungen. Und Mädchen? Ich weiß auch nicht, ich will sie nicht lieben, ich sehe meine Mädels als Freunde an, niemals könnte ich sie lieben! Oder täusche ich mich? Mama reißt mich plötzlich aus meinen Gedanken, als sie im Morgenmantel im Türrahmen der Küche stand.

         „Du sitzt ja immer noch hier und warst noch nicht einmal im Bad“ stellte sie verwundert fest, „du denkst aber schon dran, dass du nicht der einzige Mensch auf Erden bist und andere auch noch ins Bad müssen“

         „Morgen erstmal, Mom. Was, so spät ist es schon?“, ich schaue ungläubig zur Zeitanzeige auf dem Herd hinüber. „Verdammt ich komme zu spät!“ brülle ich quer durch den Flur, während ich ins Bad stürme. Ich glaube, würde ich meinen Freundinnen in der Schule von meinen Träumen erzählen, es würde keiner mehr auch nur ein Word mit mir reden. Also beschließe ich, während ich versuche aus dem Monster im Spiegel einen Menschen zu formen, für den Rest des Tages zu schweigen.

30.3.09 23:51
 


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